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Ist es noch zeitgemäß, Hunden Knochen zu füttern?

Wichtige Calciumquelle oder Gesundheitsrisiko?

Die Fütterung von Knochen an Hunde ist ein kontroverses Thema unter Hundebesitzenden. Die Pro-Stimmen stellen dabei Knochen vor allem als Quelle für Calcium, das für die Knochengesundheit von Hunden entscheidend ist, in den Vordergrund. Soweit korrekt. Werden aber einige relevante Punkte nicht beachtet, gibt es erhebliche Gesundheitsrisiken für die Fellnase, die mit der Knochenfütterung einhergehen.


In diesem Artikel beleuchten wir sowohl die Risiken als auch die potenziellen Vorteile der Knochenfütterung für unsere Vierbeiner. Dabei werde ich die Bedeutung von Calcium sowie das Gleichgewicht von Calcium und Phosphor besonders beleuchten.


knochen hunde füttern


Warum ist Calcium wichtig für Hunde?

Calcium ist ein entscheidender Nährstoff für die Gesundheit von Hunden. Es spielt eine wesentliche Rolle bei der Bildung und Erhaltung von Knochen und Zähnen, fördert die Blutgerinnung, unterstützt die Muskelfunktion und ist unverzichtbar für viele Prozesse im Körper. Insbesondere für heranwachsende Welpen, trächtige oder stillende Hündinnen ist eine ausreichende Calciumzufuhr von großer Bedeutung.


Das Gleichgewicht von Calcium und Phosphor

Calcium und Phosphor stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Ein ausgewogenes Verhältnis ist entscheidend für die optimale Gesundheit von Hunden. Beide Mineralstoffe arbeiten im Körper zusammen, und ein Ungleichgewicht kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. So kann Calcium-Phosphor-Verhältnis von unter 1:1 zu Knochenentwicklungsstörungen, Nierenproblemen und vielem mehr führen, während ein zu weites Verhältnis z.B. über 3:1 einen Phosphormangel verursachen kann.


Hunden Knochen füttern als Calciumquelle?

Es ist Gang und Gebe seinem Hund Knochen zu füttern, ob zur Beschäftigung oder aus ernährungstechnischen Gründen. Dabei werden Knochen von Rindern oder Kälbern, Putenhälse und Markknochen am häufigsten gefüttert. Die Knochenfütterung ist allerdings nicht ganz ungefährlich, wie Sie an den folgenden Risiken sehen werden.


1. Knochenkot: Die Fütterung von zu vielen Knochen kann Verstopfungen im Darm des Hundes verursachen und zu ernsthaften Verdauungsproblemen führen.


2. Knochensplitter in Speiseröhre und Darm: Das Kauen von Knochen kann dazu führen, dass scharfe Splitter entstehen, die die Speiseröhre und den Darm des Vierbeiners verletzen können.


3. Verschlucken von Knochen: Hunde neigen dazu, Knochen ganz zu verschlucken, insbesondere wenn sie zu klein sind. Dies kann zu einem Erstickungsrisiko führen oder dazu, dass der Knochen im Magen-Darm-Trakt stecken bleibt.


4. Zunge steckt im Markknochen fest: Bei großen Markknochen besteht die Gefahr, dass die Zunge des Hundes im Knochen stecken bleibt, was zu Panik und Atemproblemen führen kann.


5. Zahnfrakturen: Harte Knochen können Zahnfrakturen verursachen, was zu Schmerzen und ernsthaften Zahnproblemen führt.


6. Bildung von Harnsteinen: Durch die Knochenfütterung bekommen Hunde auch jede Menge Mineralstoffe zugeführt, die über die Niere bzw. den Urin ausgeschieden werden. Dies kann zu einer erhöhten Ausscheidung von Calcium, Magnesium und Phosphor über den Urin führen, was die Bildung von Harnsteinen begünstigen kann.


Neben diesen Gesundheitsrisiken möchte ich noch einen weiteren wichtigen Aspekt zu bedenken geben: Ja, Hunde können Calcium über die Knochenfütterung beziehen, aber Sie als Hundehaltender sollten sich bestens über die spezifischen Calcium- und Phosphorverhältnisse in verschiedenen Knochenarten informieren. Denn diese Werte sind nie gleich.


Wie erwähnt kann ein Ungleichgewicht dieser Mineralstoffe zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen Ihres Vierbeiners führen. Mit einspielt auch, was den individuellen Bedarf Ihres Hundes angeht.


Calciumpulver und -paste als sinnvolle Alternative zur Knochenfütterung

Ein weitaus sichererer und gut kontrollierbarer Ansatz zur Calciumversorgung ist die Verwendung von Knochenpulver oder -paste anstelle von Knochen. Diese liefern Calcium, aber auch Phosphor ohne die Gefahr der Knochensplitter und Co.


Calciumpulver (z.B. Calciumcarbonat) bietet eine präzise dosierbare Menge an Calcium und ermöglicht eine genauere Kontrolle über das Kalzium-Phosphor-Verhältnis in der Hundeernährung. Dies ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse des Vierbeiners erfüllt werden, ohne die Risiken von der Knochenfütterung einzugehen.


BARF mit Bedacht: Knochen in der rohen Hundeernährung

Viele Hundebesitzende, die Barfen, füttern ihren Vierbeinern Knochen als Teil einer rohen und naturbelassenen Ernährung. Meist sind die Knochen dabei als "Knochenmatsche" verarbeitet. Das Verletzungsrisiko ist dadurch minimiert.

Allerdings sollte der Fokus immer auf einer ausgewogenen Ernährung liegen, insbesondere im Hinblick auf Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor. Es ist wichtig, den BARF-Ernährungsplan sorgfältig zu planen, um sicherzustellen, dass Ihr Vierbeiner alle notwendigen Nährstoffe in den richtigen Verhältnissen erhält.


Wenn es doch mal ein Knochen sein soll

  • Achten Sie darauf, dass der Knochen groß genug ist, um ein sicheres Kauen zu gewährleisten und zu verhindern, dass die Fellnase den Knochen verschluckt.

  • Geben Sie Ihrem Hund vorzugsweise rohe Knochen, da diese weicher sind und weniger wahrscheinlich splittern.

  • Lassen Sie Ihren Vierbeiner nie unbeaufsichtigt kauen und stellen Sie sicher, dass er den Knochen nicht verschluckt oder sich daran verletzt.


Calciumpulver statt Knochen: Die sicherere Wahl für die Hundegesundheit

Die Fütterung von Knochen an Hunde ist ein komplexes Thema, das eine sorgfältige Abwägung der potenziellen Risiken und Vorteile erfordert. Die individuellen Bedürfnisse, Größe und Kauverhalten Ihres Hundes sollten dabei stets berücksichtigt werden.


Kalziumpulver stellt eine sicherere und besser kontrollierbare Alternative zur Verfügung, um die Kalziumversorgung zu gewährleisten und gleichzeitig das richtige Gleichgewicht von Kalzium und Phosphor zu erhalten. Sie haben Zweifel, was das Thema bei Ihrem Hund angeht? Ich berate Sie gerne, um die beste Ernährungsentscheidung für Ihren Vierbeiner zu treffen.




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