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Getreide im Hunde- und Katzenfutter

Hundefutter und Katzenfutter sind oft eine Quelle hitziger Debatten. Man hört und liest immer wieder, dass Getreide im Futter nicht artgerecht und schädlich sind. Aber ist das wahr? Was es mit dieser Aussage auf sich hat, ob Getreide wirklich „schlecht“ ist und warum Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze (k)ein getreidefreies Futter füttern sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Gründe für oder gegen getreidefreies Hunde- und Katzenfutter

Genau wie wir Menschen braucht jeder Vierbeiner täglich Energie, Kraft und Ausdauer. Dazu muss er Nahrung zu sich nehmen, die er gut verdauen kann. Fleisch kann dies tun, ebenso wie Obst, Gemüse und Getreide wie Hafer oder Reis.

Kohlenhydrate aus Getreide liefern Ballaststoffe, aber auch schnell und leicht verdauliche Energie.

Warum gibt es so viel Kritik an Futtermitteln mit viel Getreide?

Viele Tierbesitzer sagen, es sei unnatürlich, dass fleischfressende Hunde und Katzen Getreide fressen. Es gibt natürlich ein paar selten vorkommende Erkrankungen, bei denen eine getreidefreie Fütterung Sinn ergeben kann. Doch genauso gibt es Hunde und Katzen, die bei einer kohlenhydratfreien und damit protein- und fettreichen Ernährung Beschwerden zeigen. Hier lohnt es sich also, genauer hinzusehen.

Hunde sind Allesfresser! Und Katzen bald auch.

Hunde und Katzen gelten allgemein als reine Fleischfresser. Anders als ihre Vorfahren sind unsere Haushunde aber ganz klare Allesfresser.

Katzen gelten zwar weiterhin als Beutetierfresser, aber auch sie haben sich über die Jahre als domestizierte Katze angepasst.

Das Verdauungssystem unserer Vierbeiner ist extrem anpassungsfähig, sodass sie fast alles essen können, was für sie nicht giftig ist. In Jahrtausenden des Zusammenlebens mit Menschen hat sich das Verdauungssystem des Hundes an die menschliche Ernährung adaptiert. Typisches Hundefutter waren über Jahrhunderte normalerweise Reste, also gab es viel Getreide und wenig Fleisch. Katzen haben die Adaption an diese fleischkarge Ernährung nicht durchlaufen, aber sind fähig bis zu 40 % ihres Energiebedarfes über aufgeschlossene Stärke zu decken.


Getreide kann also von Hunden und Katzen verdaut werden. Voraussetzung ist, dass die enthaltene Stärke gut aufgeschlossen ist. Das heißt, der rohe Mais vom Feld, Pasta al dente oder auch so manches gemopstes Pferdemüsli kommen unverdaut wieder raus oder verursachen gar Durchfall, doch Trockenfutter mit Getreide stellt kein Problem dar, da es sich um gut aufgeschlossene Stärke handelt.


Es gibt eine sehr kleine Gruppe an Hunden und Katzen, die kein Getreide im Futter haben sollten.


Getreideallergie - eine Volkskrankheit?

Auch Hunde und Katzen können Allergien entwickeln. Eine typische Allergie entwickelt sich im Laufe der Zeit, je mehr der Organismus mit dem allergieauslösenden Stoff in Kontakt kommt. Bei diesem allergenen Stoff handelt sich vorwiegend um die Proteine eines Futtermittels und es kann sich auch um das Protein einer bestimmten Getreideart handeln. Häufiger sind jedoch Nahrungsmittelallergien gegen tierische Proteine ​​wie Rindeiweiß, Hühnereiweiß oder auch Milcheiweiß.


Grundsätzlich gibt es keine Allergie, die eine ganze Futtermittelgruppe betrifft - also keine Getreideallergie, sondern eher eine Allergie gegen Weizengluten oder Haferproteine. Und auch Geflügelallergie oder eine Allergie gegen alle Tiere ist nicht wahrscheinlich.


Allergien bei Hunden und Katzen äußern sich normalerweise durch anhaltenden Juckreiz oder übermäßiges Lecken und Pfotenknabbern. Auch Magen-Darm-Probleme wie Durchfall oder Erbrechen nach dem Essen können auftreten.


Da die Symptome nicht unmittelbar nach dem Essen auftreten, sondern sich auch um Tage oder Wochen verzögern können, ist es nicht einfach zu sagen, ob das Futter damit zusammenhängt.


Futtermittelallergie - was tun?


Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin kontaktieren. Dann können weitere Ursachen wie Parasiten, Infektionen oder Hormonerkrankungen ausgeschlossen werden.

Eine sichere Diagnose für eine Futtermittelallergie kann jedoch nur mit einer Eliminationsdiät gestellt werden. Dabei vermeiden Sie verdächtige Allergene für 6 bis 10 Wochen und füttern in dieser Zeit Futtermittel, die Ihr Vierbeiner zuvor noch nicht kannte. Sobald Ihr Vierbeiner symptomfrei ist und die Ausschlussdiät abgeschlossen ist, wird mithilfe einer Provokation geschaut, ob wieder Symptome auftreten. Dabei bekommt Ihr Liebling das alte Futter wieder vorgesetzt. Wenn keine Symptome auftreten, war es keine Futtermittelallergie, wenn doch, dann wird sie auf diese Weise bestätigt.


Brauchen Sie Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Futters oder bei der Erstellung einer passenden Ausschlussdiät? Ich unterstütze Sie gerne!



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