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Feuchtfutter für Katzen und die Phosphor-Gefahr – Trockenfutter doch die erste Wahl?

Trocken- oder Nassfutter für die Katze? Die Wahl des richtigen Futters kann einen erheblichen Einfluss auf die langfristige Gesundheit Ihrer Samtpfote haben. Was denn nun das richtige Futter ist, da scheiden sich die Geister. Dabei gibt es zwei offensichtliche Lager in der Katzenwelt: Die, die Trocken- und die die Nassfutter bevorzugen. Das Vorziehen des einen geht in der Katzenszene meist Hand in Hand mit der Verteufelung des anderen.


Während beide Futterarten ihre Berechtigung haben, möchte ich in diesem Blogbeitrag auf die Phosphor-Gefahr von Feuchtfutter für Katzen aufmerksam machen. Und erläutern, warum aus gesundheitlichen Gründen, insbesondere im Hinblick auf Nierenerkrankungen, Trockenfutter für Ihre Samtpfote die bessere Wahl sein kann.



Feuchtfutter Katze
Feuchtfutter ist für Katzen schlechter als sein Ruf

Was ist Phosphor und warum ist es wichtig?

Phosphor (auch Phosphat) ist ein essentieller Mineralstoff, der für die Gesundheit von Katzen von entscheidender Bedeutung ist. Denn es spielt eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushaltes, der Energieproduktion und vielen anderen relevanten biologischen Prozessen. Katzen benötigen Phosphor in ihrer Ernährung, aber wie bei den meisten Dingen gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.


Warum ist so viel Phosphor im Katzenfutter?

Leider enthalten viele handelsübliche Futtermittel für erwachsene Katzen einen Phosphorgehalt, der um ein Vielfaches höher ist als der empfohlene Bedarf. Wenn die Dosierung von Phosphor zu gesundheitlichen Problemen führen kann, stellen Sie nun zu Recht die Frage, warum Katzenfutterhersteller überhaupt zu viel Phosphor in ihre Produkte hineingeben. Die Antwort ist so simpel wie traurig:

Anorganische Phosphate wie Natrium- oder Kaliumphosphate werden verwendet, um das Wasser im Katzenfutter zu binden und die Haltbarkeit zu verlängern. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass die Farbe des Katzenfutters ansprechender aussieht. Und den Katzen schmeckt es auch.


Eine zu hohe Phosphorzufuhr belastet den Katzenorganismus

Ist die Phosphorzufuhr sehr hoch und insbesondere durch die anorganische Phosphate verursacht, kann das gesundheitliche Probleme verursachen. Die Folgen: Nierenprobleme.


Die Nieren sind für die Entgiftung des Körpers zuständig und tragen dazu bei, überschüssige Nährstoffe und Abfallprodukte aus dem Blut zu filtern. Wenn eine Katze eine übermäßige Menge an anorganischen Phosphaten aufnimmt, kann dies die Nieren belasten und ihre normale Funktion bis hin zur Niereninsuffizienz beeinträchtigen.


Was ist der richtige Phosphorgehalt im Katzenfutter?

Es kommt darauf an, wie alt Ihre Katze ist, ob sie gesund ist oder bereits eine Nierenschwäche hat.

Die europäische Vereinigung der Tiernahrungsindustrie (FEDIAF) empfiehlt, dass Katzenfutter pro 100 Gramm Trockenmasse mindestens 0,59 Gramm Kalzium und 0,5 Gramm Phosphor enthalten sollte. Der durchschnittliche tägliche Bedarf einer Katze beläuft sich auf etwa 160 mg.

Eine angemessene Phosphorversorgung ist insbesondere für Katzen ab einem Alter von 10 Jahren von großer Bedeutung, um die Gesundheit ihrer Nieren zu unterstützen. In dieser Lebensphase sollte die Phosphorzufuhr bei etwa 35-50 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag liegen.


Achten Sie auf das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor

Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor gilt als entscheidender Parameter für die Futterqualität. Ein ausgewogenes Verhältnis liegt in der Regel zwischen 1:1 und 2:1 (Kalzium zu Phosphor). Ein Futter, das dieses Verhältnis beibehält, stellt sicher, dass beide Mineralstoffe ausreichend zugeführt werden und die Gesundheit von Knochen und Nieren unterstützt wird.


Wichtig! Bei Katzen mit bereits bestehenden Nierenerkrankungen ist die Kontrolle des Phosphorgehalts in der Nahrung von größter Bedeutung. Eine hohe Phosphoraufnahme kann den Krankheitsverlauf beschleunigen und den Gesundheitszustand Ihrer Katze verschlechtern. Sie sollte ein phosphorreduziertes Katzenfutter erhalten, um die Nierenfunktion zu unterstützen.


Trockenfutter ermöglicht eine bessere Phosphor-Kontrolle

Feuchtfutter neigt dazu einen höheren Phosphorgehalt zu haben. Dies ist einerseits durch den Einsatz von Fleisch und Karkassen zurückzuführen, die in Feuchtfutter verwendet werden. Andererseits durch die enthaltenen anorganischen Phosphate.

Trockenfutter hat in Bezug auf die Kontrolle des Phosphorgehalts einige Vorteile:

  1. Niedrigerer natürlicher Phosphorgehalt: Trockenfutter enthält aufgrund seines höheren Kohlenhydratanteils oftmals weniger Phosphor. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle über die Phosphoraufnahme Ihrer Katze. Doch auch hier ist es sinnvoll auf den Phosphorgehalt zu achten: Am besten liegt er unter 0,8% im Trockenfutter.

  2. Keine anorganischen Phosphate: Da anorganische Phosphate insbesondere bei halbfeuchten Snacks und Feuchtfutter für die Haltbarkeit und Stabilität des Produktes eingesetzt werden, sind sie im Trockenfutter nicht notwendig. Das entlastet die Nieren ganz entscheidend.


Die richtige Balance bei der Katzenernährung finden

Ich möchte betonen, dass Trockenfutter nicht die Nonplusultra-Lösung ist und dass nicht alle Trockenfuttersorten gleich zu beurteilen sind. Eine ausgewogene Ernährung, die auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Katze zugeschnitten ist, ist entscheidend.


Wenn Ihre Katze an einer Nierenerkrankungen oder anderen gesundheitlichen Problemen leidet, empfehle ich einen Tierarzt und eine tierärztliche Ernährungsberatung zu konsultieren. Während der Tierarzt Ihre Katze in ihrem Leiden mit Medikamenten unterstützt, kann die Tierernährungsberatung Ihnen spezielle Futtermittel empfehlen, die auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Katze zugeschnitten sind. Diese Futtersorten weisen meist einen reduzierten Phosphorgehalt auf und können bei der Kontrolle von Nierenproblemen unterstützen.





Balanceakt zwischen Geschmack, Akzeptanz und gesundheitlichen Aspekten

Die Wahl zwischen Feuchtfutter und Trockenfutter für Ihre Katze sollten Sie sorgfältig abwägen, insbesondere wenn das Tier bereits unter einer Nierenerkrankungen leidet. Obwohl Feuchtfutter Vorteile bietet, in Bezug auf die Flüssigkeitsaufnahme und auch manchmal auf die Akzeptanz, kann Trockenfutter aus gesundheitlichen Gründen, insbesondere zur Kontrolle des Phosphorgehalts, die bessere Wahl für Ihre Mieze sein.

Aber: Eine ausgewogene Ernährung, die den individuellen Bedürfnissen Ihrer Katze gerecht wird, sollte oberste Priorität haben.

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